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Sibylle Lewitscharoff und Najem Wali
am 29. Mai in der Stadtbücherei

Von Abraham bis Eva, von Moses bis zum Satan: Mit neun Figuren aus Bibel und Koran haben sich die sprachmächtige Religionswissenschaftlerin Sibylle Lewitscharoff und der irakisch-deutsche Autor Najem Wali auseinandergesetzt: Am Dienstag, den 29. Mai werden sie um 20 Uhr im Lesesaal der Stadtbücherei die „Streifzüge durch Bibel und Koran“ vorstellen, die jetzt unter dem Titel „Abraham trifft Ibrahîm“ erschienen sind. Beide Autoren gehen jenen biblischen Geschichten aus ihrer je eigenen Sicht nach, temperamentvoll, engagiert, auch augenzwinkernd. Mit dem geplagten Hiob fragen sie nach der göttlichen Gerechtigkeit, mit Jona, dem ängstlichen Wal-Reisenden, nach Mut und Toleranz, und so berühren sie mit ihrem Dialog zwischen den Weltreligionen die Krisengebiete unserer Zeit.

Sibylle Lewitscharoff, 1954 in Stuttgart als Tochter eines bulgarischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren, studierte Religionswissenschaften in Berlin, wo sie, nach längeren Aufenthalten in Buenos Aires und Paris, heute lebt. Für „Pong“ erhielt sie 1998 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Es folgten die Romane „Der Höfliche Harald“ (1999), „Montgomery“ (2003) und „Consummatus“ (2006). Der Roman „Apostoloff“ wurde 2009 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. „Blumenberg“ (2011) stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. 2013 wurde Lewitscharoff mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen der Roman „Das Pfingstwunder“ (2016) und „Pong am Ereignishorizont“(2017). Sibylle Lewitscharoff ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Berliner Akademie der Künste. 2013/14 verbrachte sie ein Jahr als Stipendiatin in der Villa Massimo in Rom, danach war sie Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Najem Wali, 1956 im irakischen Basra geboren, flüchtete 1980 nach Ausbruch des Iran-Irak-Kriegs nach Deutschland. Heute lebt er als freier Autor und Journalist in Berlin. Er war lange Zeit Kulturkorrespondent der bedeutendsten arabischen Tageszeitung Al-Hayat und schreibt regelmäßig u.a. für die Süddeutsche Zeitung, die Neue Zürcher Zeitung und Die Zeit. Zuletzt erschienen sein Roman „Bagdad Marlboro“ (2014), für den er mit dem Bruno-Kreisky-Preis 2014 ausgezeichnet wurde, sowie unter dem Titel „Bagdad“ seine „Erinnerungen an eine Weltstadt“ (2015), Es folgten „Im Kopf des Terrors“ (2016) sowie Die Balkanroute: Fluch und Segen der Jahrtausende (2017), und in diesem Frühjahr kam der Roman „Saras Stunde“ heraus. Von September 2016 bis August 2017 war Najem Wali Grazer Stadtschreiber.

Einer der „Streifzüge“ von Sibylle Lewitscharoff und Najim Wali gilt einer hochdramatischen Szene: Ein Vater beugt sich über den wehrlosen Jungen, das Messer blitzt in seiner Hand – da befiehlt ihm im letzten Moment ein Engel, statt des eigenen Sohnes einen Widder zu opfern. Die biblische Geschichte von Abraham und Isaak ist bekannt. Dass sie dem Philosophen Kierkegaard eine schlaflose Nacht am Berliner Gendarmenmarkt bescherte, in deren Verlauf ihm eine göttliche Maus erschien, um Fragen der Barmherzigkeit zu erörtern – das weiß nur Sibylle Lewitscharoff. Was wiederum der Koran aus diesem Stoff macht, wie er Isaak auf einen der hinteren Ränge verweist und dafür Abrahams Erstgeborenen Ismail hervorhebt, davon erzählt uns Najem Wali.



+++ Die nächste Veranstaltung im ersten Halbjahr 2018: +++

Freitag, 8. Juni | 20 Uhr | Stadtbücherei: Esther Kinsky, Hain. Geländeroman
(Suhrkamp) ++ Preis der Leipziger Buchmesse ++


Vorverkauf: ROSTA Buchladen, Aegidiistr. 12, 48143 Münster
rosta.buchladen@muenster.net, Tel: 0251-44926, Fax: 0251-54497
Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10-18.30 Uhr, Sa: 10-15 Uhr