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Arno Schmidt und Hans Wollschläger – Bernd Rauschenbach stellt am 30. November den Briefwechsel vor


Eine einzigartige Korrespondenz beginnt im September 1957 zwischen dem Schriftsteller Arno Schmidt und dem jungen Mitarbeiter des Karl-May-Verlags, Hans Wollschläger. Zu Beginn kreist der Briefwechsel, noch förmlich, um das Spätwerk Karl Mays und die umstrittenen Bearbeitungen der Texte durch den Verlag. Doch schon bald wird der Kontakt intensiver und persönlicher, der Ton freier. Wollschläger nimmt unter Arno Schmidts Briefpartnern eine Sonderstellung ein: Schmidt akzeptiert ihn als Kollegen und bemüht sich, ihn als Autor und Übersetzer zu fördern. Er vermittelt Aufträge und setzt sich nachdrücklich für Wollschlägers Roman „Herzgewächse oder der Fall Adams“ ein. 1964 beginnen sie damit, das Gesamtwerk Edgar Allan Poes ins Deutsche zu übersetzen - nicht in gemeinsamer Arbeit, aber in regelmäßigem Austausch über Autor und Werk. Erst als Schmidt sich in die Arbeit an „Zettel’s“ Traum zurückzieht, wird der Kontakt spärlicher, bis Schmidt völlig verstummt.

Am Freitag, den 30. November stellt um 20 Uhr im Lesesaal der Stadtbücherei Bernd Rauschenbach (zusammen mit Joachim Kersten und Giesbert Damaschke) den Briefwechsel zwischen Arno Schmidt und Hans Wollschläger vor.

Arno Schmidt wurde am 18. Januar 1914 in Hamburg geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er zunächst als Dolmetscher, von 1947 an als freier Schriftsteller; 1958 zog er mit seiner Frau Alice nach Bargfeld (Kreis Celle), wo er bis zu seinem Tod zurückgezogen lebte. Von 1949 an, als seine Erzählung Leviathan in Buchform erschien, entstanden Romane, Dialoge zur Literatur für den Rundfunk, Essays und biographische Arbeiten; das letzte vollendete Werk ist die Märchen-Posse „Abend mit Goldrand“. Arno Schmidt starb am 3. Juni 1979 in Celle. Zwei Jahre nach seinem Tod gründeten seine Frau Alice und Jan Philipp Reemtsma die Arno Schmidt Stiftung.

Hans Wollschläger wurde 1935 in Minden geboren. Er arbeitete als Schriftsteller, Literaturkritiker und Übersetzer, unter anderem übertrug er James Joyces Roman „Ulysses“ ins Deutsche. 1982 erschien sein Roman „Herzgewächse oder der Fall Adams“. Hans Wollschläger starb 2007 in Bamberg. Seit 2002 veröffentlicht der Wallstein-Verlag eine Werkreihe mit dem Titel „Hans Wollschläger – Schriften in Einzelausgaben“.

Bernd Rauschenbach, Jahrgang 1952, studierte Germanistik und Bibliothekswissenschaften an der Technischen Universität Berlin. Seit 1975 veröffentlichte er literarische Werke und wurde 1982 Sekretär der Arno Schmidt Stiftung; für sie ist er vor allem als Herausgeber tätig. Von 2001 bis 2018 war er deren geschäftsführender Vorstand; er ist auch an der Herausgabe der „Bargfelder Ausgabe“ der Werke Arno Schmidts beteiligt. Die FAZ ist begeistert: „Der nun dreißig Jahre nach der ersten Ankündigung erscheinende Briefwechsel zwischen Arno Schmidt und Hans Wollschläger ist eine faszinierende Schriftstellerkorrespondenz.“


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