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Marente de Moor am 12. April 2019 in der Stadtbücherei


Es ist keine Dame, die verschwindet, sondern ein Mann – der Mann, der vor fast 130 Jahren den ersten Film der Welt gedreht hat und während einer Eisenbahnreise in Frankreich spurlos verschwunden ist.

Die niederländische Schriftstellerin Marente de Moor hat ein langes Gedankenspiel angestellt über das Verschwinden des Filmpioniers Louis Aimé Augustin Le Prince, der bei ihr Valéry Barre heißt. Am Freitag, den 12. April wird Marente de Moor um 20 Uhr im Lesesaal der Stadtbücherei ihren Roman „Aus dem Licht“ vorstellen.

Marente de Moor, 1972 in Den Haag als Tochter der Schriftstellerin Margriet de Moor geboren, studierte Slawistik und verbrachte mehrere Jahre in St. Petersburg, wo sie Theaterwissenschaft studierte. Nach ihrer Rückkehr arbeitete sie als Redakteurin für die Wochenzeitung „De Tijd“, seit 2009 ist sie Kolumnistin bei „Vrij Nederland“. Im Jahr 2007 veröffentlichte sie ihren Debütroman „De overtreder“, der 2010 auch auf Deutsch erschien, unter dem Ttitel „Amsterdam und zurück“. Für ihren Roman „Die niederländische Jungfrau“ (dt. 2011) wurde de Moor mit dem „AKO Literatuurprijs“ und 2014 mit dem „European Union Prize für Literature“ ausgezeichnet.

Als Valéry Barre 1890 in Frankreich den Zug besteigt, will er seine neueste Erfindung zum Patent anmelden. Das 20. Jahrhundert steht vor der Tür: Neue technische Ideen und Utopien schießen ins Kraut, gleichzeitig glauben die Menschen noch an Hellseher und Gedankenleser. Auf einmal ist Barre spurlos verschwunden. Während sein Sohn dem Vater in Europa und Amerika nachspürt, lässt sich Thomas Edison die Erfindung des Films patentieren. Edisons Frau wiederum scheint mehr an Barre junior interessiert …

Marente de Moor hat einen fulminanten Roman geschrieben, der nicht nur den Wettlauf ehrgeiziger Erfinder, sondern ein ganzes Zeitalter porträtiert. Und nicht nur das: Man kann den Roman auch lesen als eine weitgespannte Parabel darüber, was passiert, wenn sich ein neues Medium zu etablieren beginnt. Und es ist staunenswert, dass die Autorin diese „Übertragung“ nicht behauptend forciert, sondern dem Assoziationsvermögen des Lesers anvertraut. Marente de Moor habe mit der Geschichte des Verschwindens ihres Helden einen perfekten Zugang zu einer Epoche gefunden, in der das Unsichtbare und Immaterielle noch unheimlich wirkte, während es bereits wissenschaftlich und technologisch erschlossen wurde, resümiert Meike Fessmann in der Süddeutschen Zeitung: „Ein spannender, schlauer und verführerischer Roman über das allmähliche Verschwinden der Einbildungskraft im Zuge der Industrialisierung.“




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Die bereits feststehenden nächsten Veranstaltungen:

15. Mai 2019, 20 Uhr, Lesesaal der Stadtbücherei: Franzobel liest aus „Rechtswalzer. Kriminalroman“ (Zsolnay-Verlag).
16. Mai 2019, 19 Uhr 30, Kleines Haus Theater Münster, im Anschluss an die Aufführung: Franzobel im Publikumsgespräch über die Dramatisierung seines Romans „Das Floß der Medusa“ (Zsolnay-Verlag)

23. bis 26. Mai 1019 Lyrikertreffen