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Michael Maar am 13. Juli im Franz Hitze Haus


Ein Meister der packenden Buchtitel und pointierten Kapitelüberschriften ist Michael Maar immer schon gewesen - und stets hielten diese exemplarischen „Einladungen“, was sie versprochen hatten, von der „Falschen Madeleine“ über „Warum Nabokov Harry Potter gemocht hätte“ bis zu „Tamburinis Buckel“. In seinem neuen Buch wird er grundsätzlich und nimmt sich nicht weniger vor, als – so heißt der Untertitel des Buches – das „Geheimnis großer Literatur“ zu lüften: Wie wird aus Sprache Literatur? Was ist Manier, was ist Jargon, und in welche Fehlerfallen tappen fast alle? Wie müssen die Elementarteilchen zusammenspielen für den perfekten Prosasatz? Am Dienstag, den 13. Juli wird Michael Maar um 19 Uhr im Franz Hitze Haus (Kardinal-von-Galen-Ring 50) aus seinem neuen Buch „Die Schlange im Wolfspelz“ lesen.

Michael Maar, geboren 1960 als Sohn des Kinderbuchautors Paul Maar (den für den 31. Juli das Franz-Hitze-Haus eingeladen hat) ist Germanist, Schriftsteller und Literaturkritiker. Bekannt wurde er durch „Geister und Kunst. Neuigkeiten aus dem Zauberberg“ (1995), ein Thomas Mann-Buch, für das er den Johann-Heinrich-Merck-Preis erhielt. 2002 wurde er in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen, 2008 in die Bayerische Akademie der Schönen Künste, 2010 bekam er den Heinrich-Mann-Preis verliehen.

Nachdem er in „Tamburinis Buckel“ (2014) bereits „Meister von heute“ – zu denen auch einige Altmeister gehören – so feinfühlig wie spitzfindig porträtiert hatte, geht er jetzt ins sprachliche Detail, durchaus nicht ohne einen didaktischen Eros: „Wie ist die Sprache, aus der sich literarischer Stil bildet, aufgebaut, wie setzt sie sich zusammen? Kann ein falsches Komma oder ein falsches Substantiv einen Satz zerstören; kann ein Beiwort ihn retten? Wie fügen sich Wörter zu Sätzen, wie geraten sie in Schwingung, und warum kann für einen Romansatz verboten sein, was für das Gedicht erlaubt ist? Wie muss, anders gesagt, gejätet, geharkt, gezupft, gekeltert und filtriert werden, damit uns die Prosa ohne Trübung entgegenquillt?“

Maar zeigt, wer Dialoge kann und wer nicht, warum Hölderlin über- und Hildegard Knef unterschätzt wird, warum ohne die österreichischen Juden ein Kontinent des Stils wegbräche, warum Kafka ein Alien ist und warum allenfalls Heimito von Doderer an Thomas Mann heranreicht. In fünfzig Porträts, von Goethe bis Gernhardt, von Kleist bis Kronauer, entfaltet er en passant eine eigenwillig belesene Geschichte der deutschen Literatur.

„Lässt sich noch heute, in einer Zeit, die aus guten Gründen keine Regelpoetik mehr anerkennt, ein Buch über den Stil schreiben?“, fragt der Rezensent der „Zeit“. Und gibt die Antwort: „Natürlich, man muss es nur angehen wie der Schriftsteller und Kritiker Michael Maar, nämlich mit Sinn für die Sinnlosigkeit starrer Regeln, mit denen man doch hantieren muss, mit einer Flut an literarischen Beispielen, denn nur am Beispiel zeigen sich der Glanz und das Elend der Literatur, und natürlich – mit Lust an der eigenen Sprache.“


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