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Navid Kermani


Vor zwei Jahren hat der 1967 in Siegen als Sohn iranischer Eltern geborene Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani unter dem Titel „Dein Name“ ein Buch vorgelegt, das so etwas ist wie die autobiographische Enzyklopädie eines Lebensabschnittes. Es umfasst mehr als 1200 Seiten, der Klappentext charakterisiert es eher zurückhaltend: „Ein Lebensbuch, ein Totenbuch. Eine Meditation über das Heilige und die Nöte des Alltags. Die Geschichte einer schwierigen Ehe und eines Großvaters in Isfahan. Die Geschichte Irans und die Gegenwart Europas. Krieg und Frieden, heute. Eine Versenkung in die deutsche Romantik, aber auch in Rockmusik und katholische Kunst. Ein Protokoll der Tage eines Schriftstellers, der Navid Kermani genannt wird. Und immer wieder Verzückung und Verzweiflung“. Am Dienstag, den 18. Februar 2014 wird Kermani um 20 Uhr im Theatertreff, Neubrückenstraße 63, aus seinem neuen Roman lesen: „Große Liebe“. Gemessen an seinem Vorgänger ist es eine Kurzgeschichte, deren Quellgrund Kermani so bestimmt: „Gedauert hat die große Liebe, um die mein Gedächtnis so viel Aufhebens macht, keine Woche, gerechnet vom ersten Kuss bis zur Trennung, der Trennungsschmerz natürlich länger, in gewisser Weise bis heute, sonst würde ich nicht unsere Geschichte erzählen.“

Navid Kermani hat, unterstützt von der Studienstiftung des deutschen Volkes, eine Dissertation verfasst mit dem Titel „Gott ist schön“; habilitiert worden ist er im Fach Orientalistik für sein wissenschaftliches und literarisches Werk ist vielfach ausgezeichnet worden ist, so mit der Buber-Rosenzweig-Medaille, dem Hannah-Arendt-Preis und dem Kleist-Preis; er hat im In- und Ausland zahlreiche Gastprofessuren und Lehraufträge wahrgenommen, seit einigen Jahren ist er Co-Gastgeber des Literarischen Salons in Köln und Essen.

Was Kermani in seinem neuen Roman erzählt, ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie immer wieder neu, auf Kermanis Homepage ist sie so charakterisiert: „Im Laufe von wenigen, viel zu wenigen Tagen erlebt ein Junge, 15, alle Extreme der Verliebtheit, vom ersten Kuss bis zur endgültigen Abweisung. Im Mikrokosmos eines Gymnasiums Anfang der 80er Jahre und vor dem Hintergrund der westdeutschen Friedensmärsche führt Navid Kermani das zeitlose Schauspiel der Liebe in ihrer ganzen Majestät und Lächerlichkeit vor. Die Schilderung der ersten Blicke, Berührungen und Abschiedsbriefe verknüpft er mit den Erzählungen der arabisch-persischen Liebesmystik. Für den Leser öffnet sich ein Gang durch irdische und göttliche Seelenlandschaften, der fast unbemerkt Kulturen und Jahrhunderte überbrückt.“