LiteraturvereinLiteraturverein LogoBuchseite

Steffen Kopetzky

Das Erzählen und Wieder-Erzählen der Vergangenheit sei ein sozialer und künstlerischer Akt in der Gegenwart – so umreißt der Schriftsteller Steffen Kopetzky den Beweggrund für seinen neuen Roman: »Das, was mich an den Geschichten reizt, sind die Problemlagen, die wir heute haben.«

Steffen Kopetzky, geboren 1971, studierte Philosophie und Romanistik in München, Paris und Berlin. Von 2002 bis 2008 war Kopetzky künstlerischer Leiter der Theater-Biennale Bonn. Seit 2007 ist er in seiner Heimatstadt Pfaffenhofen a. d. Ilm als Referent für Kultur tätig. Er ist Autor von Romanen, Erzählungen, Hörspielen und Theaterstücken. Sein letzter Roman »Risiko« (2015) stand monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste und war für den Deutschen Buchpreis nominiert. Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.
Am Dienstag, den 12. November 2019 wird Steffen Kopetzky um 20 Uhr im Lesesaal der Stadtbücherei (Alter Steinweg 11, 48143 Münster) aus seinem neuen Roman lesen: »Propaganda«.

John Glueck ist im Krieg. Tief in Deutschland, im dunklen Hürtgenwald in der Eifel, 1944. Vor kurzem noch war er Student in New York, voller Liebe zur deutschen Kultur seiner Vorfahren; dann, als Offizier bei Sykewar, der Propaganda-Abteilung der US-Army, traf Glueck in Frankreich sein Idol Ernest Hemingway. Für ihn zieht Glueck in den scheinbar unbedeutenden, doch von der Wehrmacht eisern verteidigten Hürtgenwald bei Aachen. Er entdeckt das Geheimnis des Waldes, als eine der größten Katastrophen des Zweiten Weltkriegs beginnt: die »Allerseelenschlacht« mit über 15 000 Toten. Was kann John Glueck noch retten? Sein Kamerad Van, der waldkundige Seneca-Indianer? Seine halsbrecherischen Deutschkenntnisse? Ein Wunder?

Niemand trat unverändert wieder aus dem »Blutwald« heraus, den die Ignoranz der Generäle zu einem Menetekel auch folgender Kriege machte. Zwanzig Jahre später, in Vietnam, erfährt John Glueck: Die Politik ist zynisch und verlogen wie eh und je. Er wird handeln, und sein Weg führt von der vergessenen Waldschlacht direkt zu den Pentagon-Papers.

Steffen Kopetzkys großer Roman spannt einen gewaltigen Bogen vom Zweiten Weltkrieg bis hin zu Vietnam. Ungeheuer spannend erzählt er von Krieg und Lüge, und von einem Mann, der alle falsche Wahrheit hinter sich lässt. – Christoph Schröder in der Zeit: »›Propaganda‹ ist eine glänzend geschriebene, unterhaltsame und zugleich lehrreiche Abenteuergeschichte, die einen starken Sog entwickelt.«